ERINNERN FÜR DEN FRIEDEN

Bilder einer NPD-Kundgebung am Kriegerdenkmal vom 8. Mai und die Debatten im Netz sorgten im Unterricht für Diskussionsstoff. Wer vereinnahmt hier Geschichte? Die Klasse E1EB-T ging am 9. Juli gemeinsam mit ihrer Gemeinschaftskundelehrerin Ida Heyer vor Ort auf Spurensuche. Die Exkursion führte die Klasse zu vier unterschiedlichen Erinnerungsstätten: Das Denkmal von 1890 am Weinheimer Marktplatz, das an die Toten des Krieges von 1870/71 erinnert, zeigt den unkritischen Siegerstolz des Kaiserreichs. Das Kriegerdenkmal im Bürgerpark stammt von 1936 und diente der Erinnerung der Gefallenden des 1. Weltkrieges. Seine martialischen Soldaten spiegeln die heroisierende NS-Propaganda wider – genau jener Ort, den die NPD am 8. Mai für ihre Zwecke nutzen wollte. Vor dort führte der Weg über die Ehretstraße, in der eine Gedenktafel an der Volkshochschule an die Zerstörung der Synagoge im Novemberpogrom 1938 erinnert, zum jüngsten Denkmal in diesem Kontext.  Das Mahnmal für die Opfer von Gewalt, Krieg und Verfolgung fungiert als bewusstes Gegendenkmal im Stadtgarten. Im Vergleich bemerkten die Schüler, dass Denkmäler den Geist ihrer Epoche bis heute weiterleben lassen, und diskutierte letztendlich intensiv, wie wichtig kritisches Erinnern für den Frieden ist.