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Hans-Freudenberg-Schule: Ehemaliger Kellerraum wird zu einem Lernort der ganz besonderen Art

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Hört sich seltsam an, ist aber so: Billardspielen kann in die alltägliche Schularbeit integriert werden. An der Hans-Freudenberg-Schule wird gezeigt, wie es geht.

aus den Weinheimer Nachrichten vom 23.7.2010

 

Weinheim. Tobias und seine Mitschüler lieben den Freiraum an der Hans-Freudenberg-Schule. Denn der vor drei Jahren erschaffene „Frei-Raum“ an der Hans-Freudenberg-Schule ist durch die Spende eines Billardtisches noch attraktiver geworden.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin und Lerntherapeutin Anke Gatermann haben die Schüler des Berufsvorbereitungsjahrs mit viel Kraft und Engagement, den ehemals alten und ungenutzten Kellerraum „bewohnbar“ gemacht. Nach eigenen Entwürfen wurden die Wände farblich gestaltet, Mobiliar organisiert und durch Spenden unterstützt.

 

Anke Gatermann entwickelte den Raum nach lern- und gehirngerechtem Konzept, dabei wird freies und entspanntes Lernen unter Einbringung von Stärken praktisch umgesetzt.

Durch die Unterstützung der Schulleitung wuchs ein Lernort der besonderen Art heran, ausgestattet mit Spiel- und Sportmöglichkeit (Billard, Tischfußball, Boxsack), einem Koch- und Kreativbereich (Specksteinarbeiten), sowie auch mit Ruhe- und Entspannungsmöglichkeiten. Auch der Austausch über Probleme im Privaten der Schüler, sowie bei Ausbildungs- und Schulsorgen findet hier in einer vertrauensvollen Atmosphäre statt.

Anke Gatermann begleitet die Schüler in lösungsorientiertem Gespräch und fördert selbstbestimmtes Handeln. Die damit verbundene Stärkung des Selbstwertgefühls und die Steigerung der Motivation ist in der Übertragung der gelernten Verhaltensweisen sowohl im Umgang Miteinander, als auch in Schul- und Lernsituationen zu beobachten. Die Möglichkeit ohne Druck und Einengung selbstbestimmtes Handeln durchführen zu können, fördert ein gemeinsames und wertschätzendes Miteinander.

Schwächen zulassen, ohne Beschämung zu erleben, sowie Stärken zu zeigen und Stolz zu verspüren, ist die grundsätzliche Haltung, die im „Frei-Raum“ gelebt wird. Schule anders erlebbar zu machen, mit positiven Gefühlen zu verbinden, entspannt und mit Freude zu lernen, macht den „Frei-Raum“ für Schüler sehr attraktiv.

Die positiven Effekte zeigen sich beim Billardspielen in Form von Achtsamkeit und die damit entstehende Konzentration, respektvoller Umgang durch geduldiges Warten und diszipliniertes Einhalten von Regeln aus.

Die Förderung geometrischen und räumlichen Denkens wird ebenso trainiert, wie der Umgang und das Begreifen physikalischer Gesetzmäßigkeiten.

Strategie (logisches Denken) und Präzision oft im Millimeterbereich sind ebenso wie Körperspannung und mentale Ausdauer kennzeichnend für das Billardspielen. Alles in allem ein sehr gelungenes Konzept. Bei der Raumgestaltung und Raumausstattung sind jedoch noch viele Verbesserungen vorzunehmen, deren Umsetzung durch weitere Unterstützung wünschenswert wäre.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. Juli 2010 um 13:36 Uhr